
Der Wetterbericht versprach Superwetter für die nächsten 4 Tage, Chris hat frei und ich habe Urlaub. Kurzentschlossen planen wir
eine Tour in den Westerwald, da wir 1.) noch nicht dort waren und 2.) er dicht genug liegt, um schnell nach Hause zu flüchten.
Nach reichhaltigem Brunch mit den Geburtstagskindern Achim und Inge starteten wir kurz vor 12 Uhr. Um die Besichtigung in der
Hachenburger Brauerei mitmachen zu können, fuhren wir auf dem schnellsten Weg über Hennef und Altenkirchen nach Hachenburg.
Leider konnten wir uns nur 1 Bier genehmigen, ein Sixpack wurde jedoch als "Betthupferl" mitgenommen.
Der Besuch ist lohnenswert und mit 3 Euro günstig (inkl. Freigetränk).
Im Gegensatz zum Stammhaus, doch dazu später. Die Suche nach dem, per Internet ausgewählten, Campingplatz Hahnhof überließ ich dem GPS. Offensichtlich bekam die Hitze ihm nicht so gut, denn im Strassengewirr von Wissen verlor es die Orientierung.
Da der Platz direkt an der Nister liegen sollte, fingen wir an den Zufluß zur Sieg zu suchen und schon hatten wir den Platz gefunden. So schnell wie möglich wurde das Zelt aufgebaut und schon stürzten wir uns in die reißenden, kalten und gefährlichen Fluten der Nister. Das Frühstück lag weit zurück,
die Haxe in der Brauerei auf morgen verschoben und hungrig durch den Zeltaufbau, und die viele frische Luft um uns herum, aßen wir ausgezeichnete Schlacht- und Schinkenplatten in der Gaststätte. Mit unserem Hachenburger "Betthupferl", mittlerweile trotz Nisterkühlung doch recht warm, ließen wir den
Tag ausklingen.
Montag, 2.8.
Was für eine Gegend. Natur pur. Wegen der, für unsere Großstadtohren, völlig ungewohnte Stille schlief ich recht unruhig. Bei jedem kleinsten Geräusch war ich wach.
Heute war ein Runde angesagt. nach einem gemütlichen Frühstück in einer Bäckerei in Müschenbach, ging uber kleine und kleinste Strassen einmal rund um den Kreis Westerwald. Ich bin mir sicher, daß ich diese Route nie wieder finden werde, daher einige Punkte, die wir passierten.
Abtei Marienstatt - Nauroth - Elkenroth - Oberdreisbach - Derschen - Lippe - Weißenberg - Rabenscheid - Waldaubach - Mademühlen - Oberrod - Elsoff - Neunkirchen -Elbtal - Thalheim - Hundsangen - auf B8 bis Wölferlingen - Rothenhain - Nistertal - Hachenburg.
Da um 15 Uhr die Küche der "Krone" (Stammhaus der Hachenburger) noch nicht in Aktion war, beschloßen wir abends wieder zu kommen. Die Haxe hatte es uns angetan. In knapp 25 Minuten waren wir diesmal am Campingplatz und vertrieben uns badend und lesend die Zeit. Leichte Verärgerung kam hoch, als wir feststellten,
daß die Haxe statt der erwarteten 6,50 Euro (Brauerei) 9,25 kosten sollte. Über die Bedienung sag ich mal nix, jeder kann einen schlechten Tag haben. Alles in allem. Ein Supertag.
Dienstag, 3.8.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, kam der schwierigste Teil der Tour. Abbauen und einpacken. Funktionierte dies mit dem Zelt und dem übrigen Kleinkram, dank gewisser Übung, recht gut, brachte uns die neue Unterlage ins Schwitzen. Selbstaufblasbar ist ja Klasse, aber Selbstentlüftend wäre noch besser. Trotz aller Bemühungen
war in der Motorradrolle fast kein Platz mehr. Zur Abkühlung sprangen wir nochmal in die Nister, doch - SCHOCK - über Nacht muß das Wasser gegen Gletscherwasser getauscht worden sein.
Da Chris unbedingt im Cafe Fahrtwind einkehren wollte, fuhren wir zuerst gemütlich Richtung Neuwied, rheinabwärts bis
Rheinbrohl. Mit der Fähre auf die andere Seite und weiter über Gönnersdorf - Königsfeld - Kesseling - zum Cafe. Wir kamen uns wie Exoten vor. Neben einem Eigenbau mit Bandit 1200-Motor (die übrigen Teile des Motorrad sind nicht erwähnenswert, da nicht existent) waren wir die einzigen Nicht-BMW. Allein 13 Feldjäger und ca. 30
Maschinen auf Trainingsfahrt. in letzter Minute konnten wir uns bei Remagen noch Grillfleisch holen und beendeten eine Supertour mit Grillen im Garten.